Bewerbungstipps für Berufserfahrene
Bewerbungstipps für Berufserfahrene

Die große Nachfrage macht es Ingenieuren in der Regel leicht, eine neue Stelle zu finden. Dennoch hat sich mit der Möglichkeit der Online-Bewerbung und dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gesetzes zur Gleichbehandlung (AGG) einiges geändert. Wer sich lange nicht beworben hat, findet hier noch einmal wichtige Informationen im Überblick.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, kurz AGG, legt fest, dass Bewerber wegen ihrer „[…] Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Welt-
anschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität […] nicht benachteiligt werden dürfen (AGG § 1).

 

Unternehmen sind damit in der Pflicht, ihre Stellenausschreibungen AGG-konform zu formulieren. Solch formelle Stellenausschreibungen machen es manchen Bewerber schwer zu erkennen, was für eine Persönlichkeit überhaupt gesucht wird. Für Dich gilt als Faustregel: Achte darauf, dass das geforderte Profil zu etwa 75 % zutrifft, denn das ist ein Richtwert, auf den sich auch Unternehmen verstärkt beziehen.
Foto – ja oder nein? Die explizite Anforderung eines Lichtbilds in Stellenanzeigen ist seit Inkrafttreten des AGG umstritten. Weil Fotos, so die Befürchtung, einen Anlass für eine Diskriminierung darstellen könnte, werden sie in Zukunft voraussichtlich kaum in Anzeigen gefordert. Dennoch solltest Du dir vor Augen halten, dass Personaler es einfach haben, sich ein vollständiges „Bild“ von Dir zu machen, wenn ein Foto beiliegt.

Lücken, Lügen und einfache Lösungen

Lücken im Lebenslauf sind ein leidiges Thema, aber unter Umständen nicht zu vermeiden. Wenn Sie größere Lücken haben, sollten Sie diese auf keinen Fall versuchen zu kaschieren. Personaler sind in diesem Punkt sehr empfindlich. Suchen Sie daher für mögliche Lücken positive, aktive Formulierungen (arbeitsuchend statt arbeitslos) und finden Sie Erklärungen für die Lücken. Oft gibt es plausible Gründe dafür. Zu schreiben, dass man „arbeitsuchend“ war, ist keine Schande. In diesem Fall sollten Sie auf die Frage vorbereitet sein, was Sie in dieser Zeit unternommen haben, um etwas an diesem Zustand zu ändern. Die wenigsten Menschen sind wirklich faul gewesen.
Bleiben Sie auch sonst bei der Wahrheit. Manipulierte Zeugnisse und geschönte Lebensläufe sind ein klares K.-o.-Kriterium. Sich zu be“werben“ bedeutet nicht, Dinge schön zu reden. Wenn Sie also „Kenntnisse in CAD“ aufführen, sollten Sie diese auch tatsächlich besitzen. Schließlich stünden Sie dumm da, wenn Sie im Erstgespräch um Arbeitsproben gebeten würden oder bei Einstellungsbeginn genau mit diesem Programm arbeiten sollen.


Ehrlich währt am längsten, das gilt übrigens auch für Ihre Hobbys, die Sie im Lebenslauf angeben können, aber nicht müssen. Hobbys sind eine spannende und oft auch eine missbrauchte Rubrik. Es kursierte eine Zeit lang das Gerücht in Bewerberkreisen, dass Hobbys so ausgewählt werden sollten, dass eine Teamsportart (Teamfähigkeit), eine Einzelsportart (Durchsetzungsfähigkeit/Durchhaltevermögen) und etwas Kulturelles angegeben werden müsse, um das Profil abzurunden. Unsinn! Nichts ist peinlicher als Detailfragen oder Eingangsfragen zu „Ihrem Sport“ oder kulturellen Themen, die Sie nicht beantworten können.

 

Online Bewerbungen

Zunehmend wichtiger werden Online-Bewerbungen, vor allem bei großen Unternehmen. Kläre im Zweifelsfall ab, welches Vorgehen bevorzugt wird. Wenn Du Dich online bewirbst, gibt es zwei Möglichkeiten: 1. über ein webbasiertes Formular und 2. per E-Mail. Bei der ersten Variante hast Du klare Vorgaben, was gewünscht wird, und Du kannst allenfalls im Anschreiben von den Vorgaben des Formulars abweichen. Solltest Du im zweiten Fall aufgefordert sein,die Bewerbung per E-Mail zu versenden, achte bitte darauf, ein druckfähiges Dokument zu senden, das nicht zu groß ist. Zwei Megabyte sollte die Datei nicht überschreiten. Am besten geeignet ist das PDF-Format. Hast Du keinen Scanner oder die nötige Software fehlt? Viele Copy-Shops bieten an, gedruckte Dokumente zu digitalisieren. Bei umfangreichen Unterlagen ist es unter Umständen besser, nicht gleich alle Zeugnisse mitzuschicken – die Größe der E-Mail könnte in die Höhe schnellen. Schicke Deinen Lebenslauf und vielleicht das aussagekräftigste Zeugnis und biete an, den Rest bei Interesse nachzureichen. Das Anschreiben gehört in die E-Mail selbst, nicht in den Anhang. Auch bei der Online-Bewerbung gilt natürlich: Gehe alles noch einmal sorgfältig durch, bevor Du sie abschickst.

Informationen zu unserer Online-Bewerbung findest Du hier.

„You’ll never get a second chance after the first impression“ – keine Frage, eine ansprechende  Bewerbungsmappe ist für einen guten ersten Eindruck unerlässlich. Folgendes sollte Ihre Bewerbung beinhalten:

Das Anschreiben

Formal ist alles ganz einfach. Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite und frei von Fehlern sein. Inhaltlich geht es jedoch darum, eine gute Vorstellung von sich selbst abzugeben. Die Kunst ist es, Stärken und konkrete Erfolge zu nennen, ohne den Lebenslauf Satz für Satz zu wiederholen. Machen Sie im Anschreiben deutlich, warum Sie gut auf die ausgeschriebene Stelle passen, und halten Sie auch mit Ihrer Motivation nicht hinter dem Berg: Warum spricht Sie gerade diese Funktion in diesem Unternehmen an? Warum Viega? Auch wenn dieser Teil der Bewerbung die meiste Zeit in Anspruch nehmen wird: Vermeiden Sie stereotype Formulierungen und beziehen Sie das Anschreiben ganz auf die Stellenanzeige und die jeweilige Firma. Nötige Hintergrundinformationen liefert Ihnen hierfür nicht nur die Stellenanzeige, sondern beispielsweise auch die Unternehmenswebseite.

Der Lebenslauf

Ihr Lebenslauf sollte übersichtlich gestaltet und ehrlich sein. Persönliche Daten, Schulbildung, ggf. Wehr- und Ersatzdienst, Ausbildung und Studium, Berufstätigkeit und Nebentätigkeiten, Praktika oder sonstige Kenntnisse mit Berufsbezug sind Inhalte, die in jeden Lebenslauf gehören. Wichtig bei dieser Informationsfülle ist da ein konsequenter Aufbau. Bei der Darstellung stellt sich die Frage: Vorwärtsorientiert (1993-2007) oder rückwärtsorientiert? Erstere ist in Deutschland sehr verbreitet, letztere scheint sich aber immer mehr durchzusetzen. Die Rückwärtsorientierung hat den Vorteil, dass man sehr schnell sieht, was Sie als letztes getan haben, also das, was für den Personalreferenten am interessantesten ist. Ein großer Nachteil dieser Darstellung ist die mangelnde Konsequenz mit der sie teilweise verfolgt wird, und damit wird der Lebenslauf schnell unübersichtlich.

Zeugnisse

Zu guter Letzt die Zeugnisse. Arbeits-, Studien- und ggf. auch Abiturzeugnis dienen als Beleg für Ihre Angaben in Anschreiben und Lebenslauf. Weitere Belege, wie beispielsweise Zertifikate von Seminarbesuchen oder Nachweise über Zusatzqualifikationen u. ä., sind dann von Bedeutung, wenn sie einen Aussagewert für das geforderte Stellenprofil haben. Überfrachten Sie Ihre Bewerbung nicht unnötig und setzen Sie Prioritäten.